Paul Wallach – LAST YESTERDAY
Galerie Bastian
Taylorstraße 1
14195 Berlin
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Die Skulpturen von Paul Wallach folgen einer stringenten aufbauenden Logik. Wir sehen sie nicht als statische Objekte, sondern als Bewegungen, die in ein Wechselverhältnis mit dem sie umgebenden Raum treten. Die Wand ist dabei Ausgangspunkt und Resonanzfläche zugleich: Von ihr lösen sich die Arbeiten und erweitern sich in den Raum hinein, um sich dort in einem fragilen Gleichgewicht zu behaupten.
Wallachs Werke entstehen vorwiegend aus einfachen, heterogen verbundenen Materialien – Holz, Gips, Glas oder Leinwand – die in einen Dialog zueinander treten. Den Künstler interessiert nicht das stabile Gleichgewicht der Dinge, sondern ihre subtile Balance. Seine Skulpturen thematisieren das Verhältnis von Schwerkraft und Material, von Präsenz und Absenz, von Gewicht und Leere. Der Raum zwischen den einzelnen Strukturen, der Leer- oder Zwischenraum, wird hier zum konstitutiven Moment: Eine aktive Kraft, die das Werk mitgestaltet. Durch die gewollte Offenheit wird der Ausstellungsraum Teil der Arbeit; die Grenzen zwischen Werk und Umgebung, Innen und Außen, werden ein eigenes Spiel.
Wallachs Skulpturen sind keine abgeschlossenen Objekte, sondern Gesten in Raum und Zeit, die sie sich mit dem Betrachter teilen und deren Bedeutung sich erst in dessen sinnlich-körperlichen Erfahrung manifestiert. Es sind Werke, die den Betrachter herausfordern, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Im Zusammenspiel der Schwerkraft, des Materials und des Raums sprechen sie. So erscheinen die Skulpturen als Resonanzfelder – als empfindliche Systeme von Konzentration und Ausdehnung, Spannung und Loslösung. Sie offenbaren die Bewegung, die allem Gleichgewicht zugrunde liegt: das ständige Aushandeln zwischen Halt und Fall, zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren, zwischen Berührung und Distanz.
Dieses Gleichgewicht bleibt dabei stets eine offene Metapher des flüchtigen Moments der Stabilität. Wallach sucht den Punkt, an dem Balance entsteht, die jedoch zugleich schon wieder ins Ungleichgewicht zu kippen droht. In dieser Fragilität liegt die eigentliche Radikalität seiner Kunst: Das Werk scheint in permanenter Bewegung begriffen, als Momentaufnahme eines Prozesses, der jederzeit eine andere Gestalt annehmen könnte. So wird im Flüchtigen ein Versprechen sichtbar – eine antizipierte Veränderung dessen, was ist.
Paul Wallach, geboren 1960 in New York, lebt und arbeitet seit 1994 in Paris. Seine Werke wurden in bedeutenden Institutionen wie der Domaine de Kerguehennec, Bignan, dem Musée d’Art Moderne et Contemporain, St. Etienne, dem Folkwang Museum, Essen, dem Gemeentemuseum, Den Haag und im Rahmen des Kunstprojekts Krauthügel der Salzburg Foundation ausgestellt.
Paul Wallach, Aus Weiss, 2025 © Paul Wallach, Photo: Georges Poncet, Paris, Courtesy Bastian Gallery